Jubelmeldungen kritisch hinterfragen
Gerade einige Wochen nachdem ich meinen kritischen Bericht zur dem Wasserstoffauto veröffentlicht habe, springt mich über den RSS-News Feed einer Ökozeitung eine Jubelmeldung an.
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Erste Solarwasserstoff-Tankstelle in Niedersachsen eröffnet
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Lautete die Jubelmeldung. Doch beim näheren durchlesen ist die Solaranlage nur 50 Quadratmeter groß. Was kann man mit 50 Quadratmeter Photovoltaik auftanken? Solange man die Details nicht kennt, nimmt man einfach 100 kWh pro Quadratmeter an. Also eine Tankstelle die etwa 5000 kWh pro Jahr an Strom produziert.
Ein Elektroauto wie der Peugeot 106 electric könnte bei seinem Verbrauch von 18 kWh /100 km damit 27.778 km fahren. Doch leider hat ein Wasserstoffauto eine lange Verlustkette von der Photovoltaik bis zum Reifen. Zuerst die Elektrolyse. Dann kommt es darauf an welchen Tank man einsetzt.
- Hydridtank, der nur ab 250 Grad funktioniert und so umständlich zu befüllen ist, daß man ernsthaft an den logistischen Wahnsinn von Austauschtanks denkt.
- Flüssiger Wasserstofftank. War beim Hydridtank plus 250 Grad das Problem, so sind es hier -253 Grad Celsius. Dieser Tank hat eine enorme Selbstentladung. Nach etwa 2 Wochen ist alles verdunstet. Verflüssigen kostet etwa 10 kWh pro kg Wasserstoff. Um den Treibstoff zu verflüssigen, den ein Wasserstoffauto auf 100km braucht, könnte ein gleich großes Elektroauto schon 55 km weit fahren.
- Drucktank. Wasserstoff auf 700 bar zu verdichten kostet auch Strom
Da im Artikel weiter was von verdichten steht, nehme ich an es handelt sich um den Drucktank. Da wird wohl die Tankstelle für etwa 10.000 km pro Jahr ausreichen. Betankt sollen Testfahrzeuge von VW werden. Bei Testfahrzeugen möchte man möglichst schnell Erkentnisse gewinnen, daher sind 100.000 km pro Jahr eine realistische Schätzung.
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VW eröffnet Solartankstelle für 0,1 Testfahrzeuge
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Das bleibt übrig wenn man die vorgestellten Parameter kritisch hinterfrägt. Ein Schauspiel was mich doch sehr an die Salzburger Stierwascher erinnert. |